Gender-Forschungssalon
Nächster Gender-Forschungssalon
Thema und Datum des nächsten Gender-Forschungssalons werden hier auf der Website veröffentlicht. Wer über neue Termine informiert oder in den Verteiler aufgenommen werden möchte, kann sich gerne per E-Mail an wenden.
Themen vergangener Gender-Forschungssalons
Genderreflexive Rechtsextremismusforschung – Erkenntnisse und ihr Transfer13.10.2025
Rechtsextremismusforschung braucht eine intersektionale Ausrichtung. Mit der Frage, warum geschlechterreflexive wie auch rassismuskritische Perspektiven, die zumeist auf komplexe Weise ineinander verschränkt sind, für die einschlägige Forschung wichtig sind, beschäftigt sich Prof. Dr. Heike Radvan, Institut für Rechtsextremismusforschung an der Universität Tübingen, seit ihrer Zeit in der Amadeu Antonio-Stiftung, wo sie zusammen mit Esther Lehnert die Fachstelle Gender und Rechtsextremismus aufgebaut hat. Auch Prof. Dr. Katrin Degen, Hochschule Esslingen, arbeitet und forscht seit vielen Jahren zu gender- und sexualitätssensiblen Aspekten in Zusammenhang mit der (extremen) Rechten.
Beide Expertinnen werden an dem Abend anhand von Forschungserkenntnissen in die Auseinandersetzung darüber einführen. Wir wollen uns damit beschäftigen,
- welche Folgen es hat, wenn in der wissenschaftlichen und praktischen Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus NICHT geschlechterreflektiert gearbeitet wird – und wenn die omnipräsenten alltäglichen Rassismen als "unpolitisch" bagatellisiert werden;
- wie mit einer intersektionalen Brille die Kernnarrative des Rechtsxtremismus und seine Ausdrucksformen erkennbar werden,
- und – vor allem – welche Herausforderungen sich in diesem schwierigen Feld für eine Praxisforschung bzw. für den Forschungs-Praxis-Transfer stellen.
Femizide – Herausforderungen für Definition und Operationalisierung26.05.2025
Ausgangspunkt war ein aktuelles, seit 2022 laufendes DFG-gefördertes Forschungsprojekt am Institut für Kriminologie der Universität Tübingen: „Femizide in Deutschland – Eine empirisch-kriminologische Untersuchung zur Tötung an Frauen“. In Kooperation mit dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen wurde auf Basis von über 300 Strafverfahrensakten zu Tötungsdelikten mit weiblichen Opfern eine Definition des Begriffs Femizid erarbeitet, die nun zur Diskussion gestellt wurde.
Im Fokus des Salons standen die Fragen:
- Wie lässt sich feststellen, ob ein Tötungsdelikt geschlechtsbezogen motiviert war?
- Wie lässt sich der Begriff Femizid für die empirisch-kriminologische Forschung operationalisieren, um das Phänomen auch quantitativ zu erassen?
Die Inputs kamen von Sabine P. Maier (Sozialwissenschaftlerin, Akademische Mitarbeiterin am Institut für Kriminologie der Universität Tübingen, an der HS Esslingen und engagiert im Forschungsinstitut tifs e. V.) und Florian Rebmann (Jurist und Kriminologe, Akademischer Mitarbeiter am Institut für Kriminologie der Universität Tübingen und am Lehrstuhl für Kriminologie, Straf- und Sanktionenrecht).
Queer, Gender, Diversität, Inklusion – intersektionale Politiken in der Arbeitswelt04.11.2024
Am 4.11.2024 fand unsere tifs-Veranstaltung „Queer, Gender, Diversität, Inklusion – intersektionale Politiken in der Arbeitswelt“ statt – hybrid aus den Räumen der Tübinger Museumsgesellschaft.
Basierend auf der Studie „Queeres Leben in der Arbeitswelt“ von Gerrit Kaschuba diskutierten Expert*innen auf dem Podium über fehlende nachhaltige Diversity-Strategien in Unternehmen, die Bedeutung von Sichtbarkeit und Kommunikation über die Anliegen queerer Menschen im Arbeitskontext sowie die Rolle der Digitalisierung zur Stärkung queerer Netzwerke.
Die Veranstaltung wurde finanziell gefördert durch die Stabsstelle Gleichstellung und Integration der Universitätsstadt Tübingen und fand in Kooperation mit dem Fritz Erler-Forum Baden-Württemberg statt. Der Bericht und Mitschnitt der Veranstaltung findet sich auf den Seiten des Freien Radios Wüste Welle.
Lesung aus dem Buch „Kämpferinnen“23.05.2022
Lesung aus dem Buch „Kämpferinnen“, das von Birgit Buchinger, Renate Böhm, Ela Großmann 2021 herausgegeben wurde. Für zwölf bekannte Frauen*, die heute zur Generation 75plus zählen und die Frauenforschung an die Universitäten gebracht, Gewalt öffentlich gemacht und Frauendiskriminierung in verschiedenen Bereichen aufgedeckt haben, wurden von jüngeren Frauen* Portraits geschrieben. Uns interessieren die Biografien der Älteren ebenso wie die Auseinandersetzung der Jüngeren mit den Geschichten.
Der aktuelle Diskurs um Femi(ni)zide – zur Ankunft eines ‚travelling concept‘05.07.2021
In Deutschland taucht in letzter Zeit immer häufiger der Begriff Femizid auf, wenn es um tödliche Gewalt gegen Frauen geht. In Lateinamerika wirken die Begriffe femicidio und feminicido schon seit fast drei Jahrzehnten als starke politische Kampfbegriffe und wurden vielerorts als Strafrechtskategorien institutionalisiert.
Einführung in die Debatten rund um den Begriff „Femi(ni)zid“ durch Sabine P. Maier von tifs, die 2015 zu den Strafrechtsreformen zu Feminiziden in Mexiko geforscht hat. Anschließende Diskussion zu Verkürzungen, Kulturalisierungen und sinnvollen Möglichkeiten, den Begriff für soziale Bewegungen zu nutzen.
Identitätspolitik und (Anti-)Feminismus04.11.2019
Das Thema Identitätspolitik(en) treibt derzeit viele um. Der Begriff taucht in verschiedenen Zusammenhängen auf – sowohl bezogen auf Machtverhältnisse, Marginalisierung und Diskriminierung als auch auf Befreiung.
- Wie kann die Forderung nach Anerkennung und Rechten von Betroffenen öffentlich gemacht werden, ohne damit Gefahr zu laufen, ‚geschlossene‘ Identitäten zu reproduzieren?
- Was steckt hinter dem gegenwärtig so häufig formulierten Vorwurf der Identitätspolitik?
- Wem nutzt diese Argumentation?
- Worauf zielt sie?
Inhaltliche Impulse erfolgen durch Dr. Gero Bauer & Rebecca Hahn, M.A. vom Zentrum für Gender- und Diversitätsforschung der Universität Tübingen und Dr.in Gerrit Kaschuba vom Forschungsinstitut tifs.
Partizipative Forschung13.05.2019
Diskussion mit Elisabeth Dongus aus der Sozialplanung Stuttgart zu ihrem partizipativen Forschungsprojekt in der Suchthilfe. Wo liegen die Besonderheiten, Mühen und Unwägbarkeiten eines solchen Forschungsansatzes, insbesondere in der Forschung mit sogenannten vulnerablen Gruppen?
Gender intersektional denken am Beispiel der Forschung zum Crystal Meth-Konsum von Frauen19.11.2018
Zum Abschluss des Projekts „Crystal-Meth-Konsum von Frauen“, das tifs in Kooperation mit dem Institut für Erziehungswissenschaften der Universität Tübingen durchgeführt hat, beschäftigt uns erneut die Frage, wie wir systematisch das Zusammenspiel von Kategorien sozialer Ungleichheit und Unterscheidung in Bezug auf Drogenkonsum herausarbeiten können und wie „Gender intersektional weitergedacht“ werden kann – zum einen in der Forschung und zum anderen in der Praxis.
Partizipation oder Auftragsarbeit? Herausforderungen und Schwierigkeiten in der partizipativen Forschung03.05.2018
Herausforderungen und Schwierigkeiten in der partizipativen Forschung am Beispiel eines Projekts zum Thema Geburt mit Dr. Cecilia Colloseus, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt „Retraditionalisierung pränatal?“ am Institut für Soziologie der Universität Tübingen. Dieser Gender-Forschungssalon fand in Kooperation mit der Vortragsreihe „Partizipative Sozialforschung“ der Universität Tübingen statt.
Ethische Fragen der Praxisforschung mit ‚vulnerablen Gruppen‘ am Beispiel sexueller Orientierung23.10.2017
Ethische Herausforderungen der Praxisforschung mit Minderheitsangehörigen bzw. Menschen in belasteten Lebenslagen, also Gruppen, die Gefahr laufen, Stigmatisierungen ausgesetzt zu sein – diesmal am Beispiel von Menschen mit nicht-dominanten sexuellen Orientierungen in Anknüpfung an unsere Studie zur Jugendarbeit mit LSBTTIQ-Jugendlichen. Inhaltlicher Input von Yvonne Wolz, Diplompädagogin und Therapeutin zu dem Stuttgarter Projekt „Kultursensible sexuelle Orientierung – 'Andrej ist anders und Selma liebt Sandra'“, das von der Türkischen Gemeinde Baden-Württemberg e. V. (TGBW) getragen wird.
Zusammenhängen zwischen Rechtspopulismus und Anti-Genderismus auf der Spur24.07.2017
Fragen und Diskussion mit Bezug zu einem Text von Nancy Fraser 2017: Für eine neue Linke oder: Das Ende des progressiven Neoliberalismus, in: Blätter für deutsche und internationale Politik 2/2017, S. 71-76
Ethische Aspekte der Forschung mit Geflüchteten30.01.2017
Erfahrungen aus Projekten der (Lehr)Forschung, Praxis und Beteiligung. Inhaltliche Impulse von Prof. Dr. Verena Ketter (Hochschule Esslingen), Andreas Foitzik (Netzwerk rassismuskritische Migrationspädagogik BW), Dr. Axel Pohl (Iris) und Jutta Goltz (Martin-Bonhoeffer Häuser)
SalsA – Schulsozialarbeit als Antidiskriminierungsinstrument11.07.2016
Erfahrungen aus dem gleichnamigen Forschungsprojekt mit Susanne Dern, Bettina Müller und Regine Morys (Professorinnen an den Hochschulen in Esslingen und in Fulda)
Studie zu Angeboten der Jugendarbeit für LSBTTIQ-Jugendliche in Baden-Württemberg11.02.2016
Zwischenergebnisse und Thesen aus der quantitativen Erhebung und erste Erkenntnisse aus den vertiefenden qualitativen Interviews durch Gerrit Kaschuba und Bettina Staudenmeyer vom Forschungsinstitut tifs.
Gender- und Diversity-Strategien im kommunalen Feld und in der Gleichstellungspolitik11.05.2015
mit der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Karlsruhe Annette Niesyto
Herausforderungen einer Übersetzung von gender- und diversity-bezogenen Ansätzen in der Jugendhilfe und insbesondere der Mädchenarbeit09.02.2015
mit Ulrike Sammet von der LAG Mädchenarbeit Mai 2015
Körperliche Praxen subversiv wenden – Intersektionale Einschreibungen in den Körper am Beispiel von Bauchtanz und Fußball11.12.2013
mit Bettina Staudenmeyer
Geschlecht und Nation im schulischen Kontext – intersektionelle Verschränkungen und die Potentiale der kritischen Diskursanalyse15.07.2013
mit Dr. Safiye Yildiz, Akademische Rätin im Bereich Sozialpädagogik der Universität Tübingen
Wozu brauchen wir (ein) Geschlecht? Gender, Diversity und die Gefahr der Reifizierung am Beispiel beruflicher Beratung03.12.2012
mit Dr.in Gerrit Kaschuba (tifs)
Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Diskriminierung von Menschen mit Behinderung und mit Migrationshintergrund18.06.2012
mit Claus Melter, Professor Dr. phil. an der Hochschule Esslingen
Intersektionalität und Antidiskriminierungsrecht: (wie) passt das zusammen?17.10.2011
mit Susanne Dern, Professorin Dr. jur. an der Hochschule Esslingen
Feministische EU-Forschung: Gender Mainstreaming – Chancen und Grenzen06.12.2010
mit Gabriele Abels, Professorin Dr. phil am Politikwissenschaftlichen Institut der Universität Tübingen
Familienplanung im Lebenslauf von Frauen (standardisierte und qualitative Befragung) und Männern (qualitative Befragung), besonders Migrantinnen aus Osteuropa und der Türkei28.06.2010
mit Cornelia Helfferich, Professorin Dr. rer. soc. an der Evangelischen Hochschule Freiburg
Gender und Diversity – all inclusive?12.11.2009
mit Beiträgen von Wissenschaftlerinnen des tifs